100 Tage im Amt: Großes Interview mit der Vorstandschaft

Ein Interview mit der Vorstandschaft nach 100 Tagen Amtszeit

Dingolfing. Man hört wieder deutlich mehr vom EVD. Viele Dingolfinger Eishockeyfans freuen sich, dass der Verein aktiv die Öffentlichkeit mit einbezieht. Neben Presseartikeln im DA, Facebook, Instagram sorgt auch eine neu gestaltete Website www.isarrats.defür Fannähe und direkten Draht zu den Verantwortlichen. All das entstand in recht kurzer Zeit durch eine neu gewählte Vorstandschaft. Der „DA“ hat diese nach den ersten 100 Tagen zum Interview gebeten.

DA: Herr Ohr, Sie haben am 13. Mai den Vorsitz des Dingolfinger Traditionsvereins wieder übernommen, nachdem Sie bereits 2005 bis 2009 schon einmal Vorstand waren. Nun sind die ersten 100 Tage vorüber. Worauf haben Sie den größten Fokus gelegt?

Ohr: In den ersten drei Monaten haben wir uns genau auf das konzentriert was wir vor der Wahl den Mitgliedern in unserer Konzeptvorstellung versprochen haben. Wir haben im Nachwuchs versucht zusätzliche Mannschaften zum Spielbetrieb anzumelden um in Dingolfing eine lückenlose Ausbildung zu gewährleisten. Bis auf zwei Mannschaften, bei denen wir zu wenige Kinder oder fehlende Torhüter haben, ist uns das gelungen. Wir haben einen professionellen Coach engagiert, der sowohl die Erste Mannschaft als auch im Nachwuchs für ein angemessenes Leistungsniveau und Spaß am Eishockey sorgt. Dustin Whitecotton macht einen grandiosen Job in beiden Bereichen und ist ein Glücksfall für den Verein. Wir haben den Kader der Ersten Mannschaft mit möglichst vielen Dingolfinger Spielern aufgebaut und es damit geschafft schon im ersten Vorbereitungsspiel über 300 Zuschauer zu interessieren. Zusätzlich haben wir die finanziellen Säulen wie Sponsoring, Kiosk und Mitgliederbeiträge neu strukturiert und die Grundlage für einen gesunden Verein geschaffen.

DA: Das ist ganz schön viel Neues in so kurzer Zeit. Was hat die meiste Zeit in Anspruch genommen?

Ohr: Das ist eine schwierige Frage. Wir habe nun so viele Mitglieder, die für den Verein brennen, dass wir alle Aufgaben verantwortlich in eine große Anzahl Hände geben konnten. Jeder gibt sein Bestes innerhalb seines Projektes und dadurch konnten viele Dinge parallel umgesetzt werden. Mich persönlich beanspruchen die Koordination aller Projekte und vor allem die Sicherstellung der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen am meisten.

DA: Was macht Ihnen am meisten Spaß?

Ohr: Ehrlich gesagt, weiß ich oft nicht mehr wo der Kopf steht, weil so viel zu tun ist. Es muss gerade jetzt zum Start der Eissaison so viel getan werden. Trotz dieser ehrenamtlichen Belastung neben meinem auch recht anstrengenden Job, macht es unglaublich Spaß zu sehen wie sich so viele vor allem junge Leute für den EVD engagieren und dabei über sich selbst hinauswachsen!

DA: Was hat sich im Gegensatz zu ihrer letzten Amtszeit (2005 bis 2009) verändert?

Ohr: Spannender Vergleich. Damals bin ich persönlich mit deutlich weniger Erfahrung in dieses Amt gestartet. Der Verein war insolvent, ein Moratorium aus den Gläubigern wurde gegründet die dem Verein Auflagen gaben um die Schulden zurückzuführen. Es war eine schwierige Situation. Trotzdem haben wir es geschafft, einen großen Teil der Schulden abzubauen und aus der Landesliga in die Bayernliga aufzusteigen. Damals hat das Edgar Karmainski mit harter Hand die Vereinsfinanzen geführt. Das war zum Großteil sein Verdienst, dass wir damals so weit gekommen sind. Heute macht das Philipp Ferstl, der als Geschäftsführer eines Dentalunternehmens sein Handwerk versteht und auch jetzt die Grundlagen schafft, dass der Verein sich gesund entwickeln wird. Damals wie heute gilt: Wenn man engagiertes Eishockey im Nachwuchs und in der Seniorenmannschaft gleichermaßen bietet, das Finanzmanagement konsequent betreibt und dafür sorgt, dass die Kinder, die Mitglieder, Zuschauer, Sponsoren und Gönner Spaß und Anerkennung für ihren Einsatz bekommen, dann funktioniert das Bestens!

DA: Wie sieht der Ausblick für die kommenden 100 Tage aus?

Ohr: Die kommenden Tage und Wochen werden extrem spannend. Die Eissaison beginnt. Fast alle Positionen im Verein sind neu besetzt oder neu aufgesetzt. Der Nachwuchs startet in die Eissaison und ist durch die zusätzlichen Mannschaften U13 und U20 koordinationsseitig eine Herausforderung. Mit Michael Karmainski ist die Nachwuchsleitung direkt im Vorstand aufgehängt. Er, Nicole Karg, Dustin Whitecotton als sportlicher Leiter und ein verstärktes Team an Nachwuchstrainern haben gerade alle Hände voll zu tun, bis alles rund läuft. Bei der Ersten sieht es nicht besser aus. Ob Bankpersonal, Ordner, Sani und Kioskbesetzung, alles muss organisiert werden. Aber jeder gibt sein Bestes, deshalb bin ich überzeugt, dass wir den Ligastart im Nachwuchs und im Seniorenteam toll hinbekommen werden.

DA: Auf was können sich die Zuschauer freuen?

Wenn wir nur einen Teil von dem umgesetzt bekommen, was wir vorhaben, dann haben die Zuschauer wirklich was zu erwarten. Angefangen bei einem Eishockey, das laut unserem kanadischen Trainer deutlich aggressiver, schneller und attraktiver wird als bisher. Viele Dingolfinger Gewächse sind im Kader der Senioren, dadurch erwarten wir deutlich mehr Zuschauer und eine rasante Stimmung während den Spielen. Weiterhin haben wir einen neuen Stadionsprecher und DJ, der die Heimspiel-Kulisse so richtig anheizen wird. Die neue Kioskbesetzung und die Kooperation mit Dingolfinger Wirten sorgt für kulinarischen Genuss weit über die obligatorischen „Leberkas-Semmeln“ hinaus. In den Drittelpausen gehts so richtig ab. Hier sind viele Überraschungen geplant. Und ganz neu: Wir haben ein ISARRATS Bier-Mädl, dass während dem Spiel mit dem Bier-Rucksack die Zuschauer versorgt. Man sollte also kein Heimspiel verpassen!

DA: Was wünschen Sie sich für die kommende Saison?

Ohr: All die Jungs und Mädls stecken so viel Herzblut und Engagement in jedes Detail des Vereins. Es ist für mich eine große Freude dabei mitzuhelfen und das begleiten zu dürfen. Wer im Juli auf dem Sommerfest war, oder auch am Wochenende auf dem ersten Testspiel, hat ein wenig von diesem Spirit spüren dürfen, der durch diese neue Gemeinschaft und Kultur ausgestrahlt wird. Wir hatten im Sommerfest trotz Altstadtfest über 300 Besucher, denen die Freude ins Gesicht geschrieben war und lange bei uns geblieben sind. Trotz wunderbarem Sommerwetter hatten wir über 300 Zuschauer beim Heimspiel am Wochenende. Das motiviert uns alle so weiterzumachen.

Wenn ich einen Wunsch hätte, dann das wir es schaffen, diese Energie und Freude sowohl im Nachwuchs als auch bei den Senioren aufs Eis zu bringen. Damit begeistern wir die Eltern, die ihren Kindern diesen tollen Sport ermöglichen, die Zuschauer, weil wir erfolgreich kämpfen um unser Saison-Ziel Landesliga Aufstiegsrunde zu erreichen und auch unsere Mitglieder, Fans und Sponsoren, die dann gerne weiter so aktiv unterstützen wie bisher. Ich denke, dann haben wir den eigentlichen Zweck eines gemeinnützigen Vereins wie den EVD erfüllt.

DA: Herr König, Sie sind der 3.Vorsitzende des Vereins spielen aber selbst für die Passau Blackhawks Eishockey. Wie kommt es zu dieser Konstellation?

König: Diese Frage ist wohl die häufigste Frage, die ich in den letzten Monaten zum Thema Eishockey bekommen habe. Das sportliche vom privaten Engagement zu differenzieren, war mir von Anfang an sehr wichtig. Darüber hinaus hatte ich bereits einen Vertrag unterschrieben bevor ich das Amt als 3.Vorstand übernahm. Vor der Neuwahl suchte ich das Gespräch zu meinem Trainer um ihn über mein Vorhaben zu informieren und über mögliche Konsequenzen zu sprechen. Nachdem dieser mir sein Vertrauen gab und seither hinter mir steht, entschied ich mich diese Aufgabe anzunehmen.

DA: Wie organisieren Sie sich um alles unter einen Hut zu bekommen?

König: Ich war mir meinen Verpflichtungen bewusst und mache das wie jeder andere der mit mir ein Amt besetzt und parallel Eishockey spielt. Wenn ich ins Training fahre bin ich wie jeder Sportler voll und ganz darauf fokussiert die Ziele mit unserem Team in Passau zu erreichen.

Sobald ich mich mit den Jungs in Dingolfing treffe, was in meiner privaten Freizeit stattfindet, versuchen wir unsere Ziele umzusetzen die wir uns zuvor gesetzt haben. Außerdem sind wir in Dingolfing ein großes Team, denn alleine wäre es nicht machbar diese Aufgaben in so einer Qualität wie es aktuell der Fall ist, umzusetzen.

DA: Nun kommen wir auch schon zur letzten Frage, und zwar standen Sie am Sonntag mit Passau gegen Dingolfing am Eis. Wie fühlt sich sowas an?

König: Die Tage zuvor war es eine komische Vorstellung, da wir viel Organisatorisches erledigen mussten um einen reibungslosen Spielablauf gewährleisten zu können. Aber wie auch die anderen Spieler hat sich jeder 2 Stunden vor Spielbeginn nur noch auf das Spiel konzentriert. Am Eis ist jeder Gegner gleich, egal ob Freund oder Feind. Nichtsdestotrotz war es ein super Erlebnis und ein erfolgreiches erstes Testspiel für den EVD auf welches wir anschließend in einer gemütlichen Runde angestoßen haben.

DA: Das Endergebnis der Partie war 2:10 für Passau. Anscheinend fehlt noch einiges in der Dingolfinger Vorbereitung. Was ist in Passau anders gelaufen?

Man bemerkte, dass die harten Trainingseinheiten den Dingolfinger in den Beinen steckte, die am gesamten Wochenende und sogar am Sonntagmorgen vor dem Spiel noch eine Einheit absolvierten. Passau dominierte das Spiel und machte es den Isarrats schwer ins Spiel zu finden.Insgeheim zählt aber die Vorstandschaft ein wenig die 5 Tore der Dingolfinger Gewächse Schindlbeck, König und Wawrotzki auf die Seite der Isarrats und hätte somit gewonnen. Eine Traumvorstellung vieler Fans, diese talentierten Spieler wieder im Dingolfinger Trikot zu sehen.

 

Quelle: hockeypics.de
Quelle: hockeypics.de

Das Ergebnis des ersten Testspiels rückte erstmal in den Hintergrund, denn die über 300 Zuschauer sorgten dafür, dass die EVDler, die nicht auf dem Eis waren, mindestens genauso viel zu tun hatten, wie die auf dem Eis. „Ich bin begeistert, dass so viele Leute den Weg in die Eishalle gefunden haben und uns unterstützen“, so Philipp Ferstl nach dem Spiel, der als Verteidiger im Kader und als Kassier den Verein doppelt unterstützt. „Wir brauchen diesen Zuspruch, sowohl für die Vereinsfinanzen als auch als Motivation für alle die sich her engagieren“. Neben der Kost am Kiosk gab es einen Stand mit frischen Crêpes. Highlight des Abends war aber das Isarrats-Bierrucksackmädl, der zum ersten Mal im Marco-Sturm Stadion zum Einsatz kam und die Fans in den Rängen kulinarisch und optisch verwöhnte.

Nun stehen der 1.Mannschaft erstmal einige harte Trainingseinheiten auf dem Plan, bevor es diese Woche zum nächsten Vergleich gegen den EV Fürstenfeldbruck kommt. Dies ist ein Gegner auf Augenhöhe, da sich die Oberbayern in derselben Liga, jedoch in der Gruppe B befinden. Es wird ein spannendes Spiel erwartet und ein zahlreiches Erscheinen der Fans. Spielbeginn ist am Freitag um 20:00 Uhr. Weiter Infos finden sie auf Facebook oder unserer Homepage www.isarrats.de .