Abschlussschwäche bei den Isarrats

Zwei Niederlagen am Wochenende gegen Amberg und Selb

Am Wochenende bestritten die Dingolfinger Cracks zwei Landesliga Spiele. Am Freitag auswärts gegen den ERSC Amberg (Endstand 6:1) und am Sonntag daheim gegen die VER Selb 1b (Endstand 4:7).

Olli Ferstl erzielte am Sonntag einen Hattrick. (Foto: Eva Fuchs, Hockeypics)

Die Amberger galten schon vor dem Spiel als schwieriger Gegner. Sie trumpften auf mit Zweitliga-erfahrenen Spielern und gingen körperbetont vor. Coach Whitecotton hatte in der letzten Woche extra harte Trainingseinheiten eingeplant, um die Spieler auf diesen Fight vorzubereiten. Um 20 Uhr am Freitag begann das Spiel vor ca. 300 meist heimischen Zuschauern. Im ersten Drittel klingelte es gleich zweimal im Dingolfinger Tor. In der sechsten Minute durch die Nummer 95 (Lukas Salinger) und in der neunten Minute durch Nummer 13 (Thomas Schreier). Man hatte das Gefühl, dass die Dingolfinger in den ersten 10 Minuten mit zu viel Respekt zu Werke gingen.

Sie fanden nicht in ihren Rhythmus, was die Amberger perfekt nutzten. In der nächsten Phase dominierten die Dingolfinger das Spiel maßgeblich. Die Amberger konnten mit Mühe den Drittelpausenstand von 2:0 halten. Erst in der 28 Minute wurden die Dingolfinger belohnt. Nach einem Schuss von Andrej Barz verwandelte Routinier Daniel Schickaneder den Rebound zum ersten Gegentreffer. Das zweite Drittel verging mit endlos vielen Torschüssen, Chancen und gar einem Penalty für die ISARRATS, doch der Puck wollte einfach nicht am Amberger Torwart vorbei. Im letzten Drittel verließ die Dingolfinger dann nach dem harten Kampf und einem Tor der Amberger der Mut vollends. Minute 43 durch Daniel Vlach und in der 49. Felix Köbele. Den Gipfel der Demütigung setzte Vlach mit dem 5:1 während einem Unterzahlspiel der Amberger und gleich danach, in der letzten Spielminute, mit einem weiteren Treffer zum 6:1 Endstand.

Im Gegensatz zu den Ambergern gehört die 1b der Selber Wölfe eher zu den unteren Reihen der Landesliga. Mit zweistelligen Misserfolgen gegen Pfaffenhofen und Moosburg und bisher noch keinem gewonnenen Spiel ging man von einer leichten Party aus, die drei Punkte auf das Dingolfinger Konto buchen sollte. Doch es kam anders. Auch hier fiel das erste Tor durch die Gegner. Das 0:1 in der ersten Spielminute durch den Selber Sebastian Rück rüttelte die Dingolfinger zu höchster Aufmerksamkeit. So antworteten die Rats in der vierten Minute mit dem Gegentreffer: ein Pass von Waldemar Detterer verwandelte unsere Nummer 55, Oliver Ferstl, zum 1:1. Die 290 Dingolfinger Zuschauer inklusive ein frisch gegründeter Fan-Club (ISARRATS Fan-Club Süd-Kurve) mit 30 lautstark agierenden Fans, brachten die Halle vor Freude über den schnellen Ausgleich zum Kochen. Ab jetzt beherrschten die Dingolfinger die Szenerie. Torschüsse und Chancen ohne Ende, aber keine konnte verwertet werden.

In der zehnten Minute bestraften die Selber Wölfe diese Nachlässigkeit mit dem 1:2. Die Dingolfinger, wie entfesselt, glichen in der zwölften Minute wieder aus. 2:2 wieder durch Olli Ferstl, der in dieser Party eine große Leistung gezeigt hat. Mit diesem Ausgleich ging es dann auch in die erste Drittelpause. Zu Beginn des zweiten Durchgangs ließen die Dingolfinger ihr System und ihr Engagement aufblitzen. Torchance um Torchance wurde erarbeitet und in der 19. Spielminute dann endlich belohnt. Ein Pass von Alex Braun wurde durch Daniel Schickaneder ins Tor der Wölfe befördert. 3:2, endlich die Dingolfinger in absolut verdienter Führung. Doch lange sollte es nicht halten. Der überragende Kevin Tausend mit der Nummer 7 schaffte im Konter das Ausgleichstor zum 3:3. In der 33. Spielminute erhöhten die Selber auch noch auf 3:4 durch Philipp Hechtfischer. Kurz vor der Pause hagelte es Strafzeiten. Dingolfing war lange mit nur noch mit drei Spielern auf dem Eis. Die Unterzahl-Kür, von Whitecotton eingebläut, beherrschen die Isarrats mittlerweile hervorragend. Mit einem frechen Konter in Unterzahl komplettierte Oliver Festl auf Zuspiel von Max Ohr seinen Hattrick, somit war der Ausgleich wiederhergestellt.

Als läge ein dritter-Drittel-Fluch auf den Dingolfinger Cracks, war die Folge beinahe wie im Spiel gegen Amberg. Ein bisher vollkommen beherrschter Gegner wird durch unkoordinierte Spielzüge und Laufwege zum Dominierenden. Torgefährliche Spieler nutzen geschickt die ihnen gegebenen Räume und kommen gefährlich vor das Tor der Isarrats. Ein bisher extrem spannendes und engagiertes Spiel wird am Ende zum Desaster für die Dingolfinger. Selb trifft in den letzten vier Spielminuten insgesamt dreimal, das Letzte in ein leeres Dingolfinger Tor. Goalie Dennis Jedrus wurde durch einen sechsten Spieler ersetzt. Endstand 4:7. Trotz des Ergebnisses haben die Fans ein extrem spannendes Spiel und eine beherzte Dingolfinger Mannschaft gesehen, die extrem an ihrer Effizienz hinsichtlich Chancenverwertung und Kontinuität – speziell im 3. Drittel – arbeiten muss.

Nächstes Wochenende haben die Dingolfinger zwei Auswärtsspiele: Am Freitag geht die Reise nach Trostberg (Spielbeginn 19 Uhr) und gleich am Samstag findet das Rückspiel gegen die Wölfe aus Selb statt (Spielbeginn 17:15 Eishalle Selb).

 

ERSC Amberg – EV Dingolfing 6:1 (2:0 | 0:1 | 4:0)
Tore: 1:0 (6.) Salinger (Benak); 2:0 (10.) Keil (Swadzba, Schopper); 2:1 (29.) Schickaneder (Barz, Haschberger); 3:1 (44.) Vlach (Hampl, Schmitt); 4:1 (50.) Köbele (Schmitt); 5:1 (56.) Vlach (Köbele, Hampl); 6:1 (60.) Vlach (Köbele, Hampl)
Strafen: Amberg 12+10 min; Dingolfing 12+10 min

EV Dingolfing – VER Selb 1b 4:7 (3:2 | 0:2 | 1:3)
Tore: 0:1 (2.) Lück (Warkus); 1:1 (5.) O. Ferstl (Detterer); 1:2 (11.) Lippert (Tausend, Hechtfischer); 2:2 (13.) O. Ferstl (H. Azimov, Detterer); 3:2 (20.) Schickaneder (Braun, Müller); 3:3 (26.) Tausend (Hechtfischer, Lippert); 3:4 (39.) Hechtfischer (Roos, Tausend); 4:4 (41.) O. Ferstl; 4:5 (57.) Lippert (April); 4:6 (57.) Lippert; 4:7 (59.) Schmid (Silbermann)
Strafen: Dingolfing 18 min; Selb 16 min