Die Isar Rats zeigen Zähne

EVD verliert in spektakulären Spielen gegen den Liga-Primus aus Haßfurt

Wie verdreht die Welt sein kann, zeigten die Isar Rats am vergangenen Wochenende eindrücklich. Ein Wochenende, an dem am Freitag das Auswärtsspiel gegen die Haßfurter Hawks und am Sonntag das Rückspiel in der Dingolfinger Marco-Sturm-Eishalle stattfand. Spiele, bei denen man insgeheim Chancenlosigkeit erwartete, denn die Hassfurter trumpften im Sturm mit technisch perfekt ausgebildeten tschechischen Spielern auf. Darunter Jakub Sramek mit der Nummer 61 und Jan Trübenekr mit der Nr. 21, die beinahe an jedem der zahlreichen Tore beteiligt waren. Die Pass- und Schussgenauigkeit dieser Spieler ist eindrücklich. Doch zu noch größerer Verwunderung in beiden Spielen trugen die Dingolfinger Eiscracks bei.

Starke Leistungen von Jedrus (Foto) und Hamberger hielten die Rats am Wochenende lang in den Spielen. (Foto: Eva Fuchs, HOCKEYPICS)
Aufholjagd in Haßfurt

Am Freitag zur weiten Auswärtsfahrt fehlten wieder viele Spieler. Kaum eine der von Coach Whitecotton eingeteilten Reihen konnte wie geplant auflaufen. Ob beruflich bedingt, krank oder mehr als verständliche Anlässe wie bei Andrej Barz, der seine neugeborene Tochter samt Ehefrau an diesem Nachmittag vom Krankenhaus heimbringen durfte. In Summe trat ein kläglich besetztes Dingolfinger Team die Reise zu dem Tabellenersten an. Laut Tabelle hatten die Hawks bereits 14 Spiele und 90 Tore geschossen. Mehr als zwei Punkte pro Spiel zeigen ihre unglaubliche Stärke. Doch die Dingolfinger mit der Kraft des Underdogs kämpften sich in diesem Spiel so wacker in Szene, dass den Hawks die Flügel kräftig gestutzt wurden. Nach dem ersten Drittel stand es 5:3 für die Hawks. Die Tore wechselten sich in rasender Geschwindigkeit ab und beide Seiten kämpften was die Schlittschuhe hergaben. Im zweiten Drittel gelangen Babkovic in der 37. Minute und Olli Ferstl in der 39. noch je ein Tor, sodass es mit 6:4 in die letzte Pause ging. Was auch immer Dustin Whitecotton mit seinen Ratten in der Zeit gemacht hat, sie kämpften an seiner Seite weiter und erhöhten den Druck gegen die verzweifelten Habichte. Der Coach selbst auf dem Eis lag durch Auflagen von Arthur Azimov und Marco Sebesta gleich 2 Tore nach. Den Ausgleich schaffte Waldemar Detterer in der 49. Minute. Dieser zwischenzeitliche Spielstand war auch EVD Hintermann Dennis Jedrus zu verdanken, der die Rats lange im Spiel hielt. Haßfurt schockiert, mobilisierte alle Kräfte und gewann das Spiel durch ein Tor in der 55. Minute durch den dritten Treffer von Trübenekr (21).

Sonntagskrimi in der Marco-Sturm-Eishalle

Am Sonntag, die Haßfurter vorgewarnt, traf die Dingoflinger das nächste Ausfall Pech. Der Verteidiger Florian Müller fiel kurzfristig wegen einer Autopanne aus und die lang ersehnte Verstärkung im Sturm, David Bilek, verpasste sein erstes Spiel bei den Isar Rats wegen Leistenproblemen vom letzten Vorbereitungstraining. Der Coach entschloss kurzerhand wieder die Kufen anzuschnallen, um seiner Mannschaft zu helfen. Und das wirkte. Die knapp 250 Zuschauer sahen eine entschlossen und geordnet kämpfende Mannschaft in einem Spiel, dass sich sehen lassen kann. Und wieder ging es früh los mit Toren. In der zweiten Minute traf Haßfurts Topstürmer Jakub Sramek (61), beantwortet in der siebten Minute durch Daniel Schickaneder. In der neunten Minute kämpfte sich Trübenekr an dem unglaublich starken Dingolfinger Goalie Christian Hamberger vorbei. Diesmal dauerte es bis zur 19. Minute: Ausgleich durch ein unglaubliches Tor vom Cheftrainer der Ratten. Whitecotton zieht von rechts nach links vor das Tor und führt den Puck einhändig im Fall ins Tor der Haßfurter. 2:2 Gleichstand in der Drittelpause und angestrengte Gesichter auf der Haßfurter Bank. Das Spiel wird angespannt. Es gibt mehrere Schlägereien unter dem Gejohle der mitgerissenen Zuschauer, die ein beherztes Hockey spiel sahen. Der Kampfgeist und die Entschlossenheit der Isar Rats sprang auf die Zuschauer über. Man wollte die Hawks mit leeren Krallen heimfliegen sehen. Die Ratten kassierten 4 Strafzeiten in dem ersten Drittel, die Hawks nur eine. Trotzdem ist man gleichauf mit dem Liga-Primus.

Gleich zu Beginn des zweiten Drittels legten die Haßfurter nach. Wiedermal legte die Nr. 61 ein Tor vor, dass keine zwei Spielminuten später durch den renommierten Daniel Schickaneder beantwortet wurde. Ausgleich zum 3:3. Wieder viele Strafzeiten, oft durch überhitzte Handlungen, beeinträchtigten unnötig den Dingolfinger Spielfluss. Trotzdem schafften es die Ratten durch Alexander Braun in der 25. Minute in Führung zu gehen. Leider währte die Führung nicht lange. Die grandiose Nr. 61 setzte die Messlatte wieder in Balance. Doch die Defensiv-Leistung beider Mannschaften lies nach und schuf Raum für das fünfte Tor der Haßfurter, wieder durch Trübenekr (21). Hamberger hielt die Dingolfinger mit grandiosen Saves im Spiel und gab Florian Meichel damit die Chance, Arthur Azimov zum Auslgeich aufzulegen – 5:5 in der 38. Minute. Die Haßfurter – noch geschockt – kassierten Sekunden später den Führungstreffer, der geschickt durch Daniel Schickander herausgespielt und von Mittelstürmer Daniel Harrer hinter den Haßfurter Torwart befördert wurde. Die Isar Rats mit einer 6:5 Führung zum zweiten Pausenstand. Wir können es schaffen, hört man in vielen Pausengesprächen aus dem entflammten Publikum, die auf den Fortgang des Spiels die 15 Minuten herunterzählten.

In der Endphase des Spiels folgten sage und schreibe fünf, oft ungerechtfertigte, Strafzeiten auf der Dingolfinger Seite. Die Schiedsrichterleistung, die dieses hitzige Spiel noch weiter befeuert hat, stand im gesamten Spiel in der Kritik der Zuschauer. Diese und das filmreife Überzahlspiel der Haßfurter sorgten für den Ausgleich in der 43. Minute und den Siegtreffer der Gäste keine zwei Minuten vor Schluss. In dieser verbleibenden Zeit gaben die Isar Rats alles, spielten ohne Torwart mit sechs Spieler und landeten mehrere Pfostenschüsse unter den Anfeuerungsrufen des gesamten Publikums. Man hätte meinen können die Ränge bestehen nur noch aus einem einzigen Fanclub für die Isar Rats. Doch leider reichte die ganze Euphorie nicht aus, um das Spiel noch zu drehen. Trotzdem waren sich alle einig. Die Hawks flattern böse angekratzt zurück in Richtung Haßfurt und die heimischen Jungs haben heldenhaft gekämpft, enorm Zusammenhalt und Charakter gezeigt und eigentlich verdient gehabt, dieses Spiel zu gewinnen. Genau das wollen die Zuschauer sehen!

 

Freitag: ESC Haßfurt – EV Dingolfing 8:7 (5:3 | 1:1 | 2:3)

Tore: 1:0 (2′) Trübenekr (Sramek); 1:1 (5′) Detterer (O. Ferstl, Meichel); 2:1 (6′) Trübenekr (Sramek); 2:2 (7′) Meichel (Ohr, O. Ferstl); 3:2 (9′) Sramek (Hora); 4:2 (15′) Hildenbrand (Breyer, Dietrich); 5:2 (16′) Babkovic (Lang); 5:3 (17′) Sebesta (Detterer, O. Ferstl); 6:3 (37′) Babkovic (Hora, Trübenekr); 6:4 (40′) O. Ferstl (Meichel, Ohr); 6:5 (46′) Whitecotton (A. Azimov); 7:5 (49′) Hora (Sramek); 7:6 (49′) Whitecotton (Sebesta, Schickaneder); 7:7 (51′) Detterer; 8:7 (56′) Trübenekr (Sramek, Hora).
Strafen: Haßfurt 12 min, Dingolfing 20 min

Sonntag: EV Dingolfing – ESC Haßfurt 6:7 (2:2 | 4:3 | 0:2)

Tore: 0:1 (2‘) Sramek (Hora); 1:1 (8‘) Schickaneder; 1:2 (10‘) Trübenekr (Babkovic); 2:2 (20‘) Whitecotton; 2:3 (23’) Sramek (Hora); 3:3 (25’) Schickaneder (Whitecotton, Harrer); 4:3 (26’) Braun (Whitecotton); 4:4 (29’) Sramek (Trübenekr); 4:5 (33’) Trübenekr (Breyer, Sramek); 5:5 (39‘) A. Azimov (Meichel); 6:5 (39‘) Harrer (Schickaneder, Ruhstorfer); 6:6 (44‘) Dietrich (Babkovic, Breyer); 6:7 (49‘) Babkovic (Sramek)
Strafen: Dingolfing 28 min, Haßfurt 20 min

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