Müller lässt die Eishalle beben

EVD gewinnt gegen Freising mit 3:2 nach Verlängerung

Die Isarrats waren nicht nur wegen den vollen Rängen unter Druck gewesen. Die letzten Spiele waren alle knapp verloren worden. Zumeist durch ein Tor in den letzten Spielminuten nach einem harten Aufholkampf gegen gleichwertige Gegner. Natürlich wissen die Fans, dass die Dingolfinger Eishackler durch den späten Vorstandwechsel viel zu spät Ihren Kader verpflichten konnten und dadurch sogar eigene Dingolfinger Gewächse an andere Vereine verloren haben. So fehlen der Mannschaft Größen wie Dominik König, Daniel Schander, Oliver Wawrotzki oder gar Dominik Schindlbeck, die allesamt in Passau verpflichtet sind.

Florian Meichel erzielte zwei Treffer gegen Freising.

Trotzdem ist der Kader unter Coach Whitecotton hoch fokusiert und entwickelt sich von Spiel zu Spiel weiter. Durch einen Ausfall von zwei Spielern, gab es zu Spielbeginn noch ein Highlight. Der Coach Dustin Whitecotton lief selbst mit der Nummer neun auf und unterstützte sein Team von der dritten Reihe aus.

Die Willensstärke dieser jungen und engagierten Mannschaft springt auf die Zuschauer über. Wohl ein Grund warum so viele am frühen Sonntagabend den Weg in die Dingolfinger Marco-Strum Eishalle gefunden haben. So auch in diesem Spiel gegen die Freisinger Black Bears. Die Dingolfinger beherrschten ihre Gegner, die bereits die letztjährigen Bayernligisten Moosburg besiegt hatten, von Anfang an. In der zwölften Minute fällt das erste Führungstor der Saison durch Florian Meichel. Der Verteidiger mit extrem starkem Antritt schafft es auch trotz hartem Gegendruck der Freisinger, in der 35. Minute auf 2:0 zu erhöhen. Im gesamten ersten und zweiten Drittel lagen die Dingolfinger leistungsmäßig in einer anderen Liga. Insgesamt fünf Strafzeiten überstanden sie nicht nur ohne Gegentor, sondern zum Teil mit hervorragenden Konterchancen in Unterzahl. Die zweite Drittelpause brachte für die Freisinger die Wende. Was auch immer ihr Trainer in der Kabine mit den Jungs gemacht hat, es zeigte Wirkung. Die Freisinger laufen an und schießen in der 43. Minute das 2:1 durch Johannes Weyer. Dieses Tor veränderte alles. Die Freisinger witterten ihre Chance und geben alles, was die Knochen nach zweieinhalb anstrengenden Dritteln hergaben.

Die Dingolfinger hingegen waren nervös durch den nun wackelnden, bereits sicher geglaubten Sieg. Räume wurden frei und gaben den Freisinger in der 47. Minute die Chance zum Ausgleich. 2:2 durch Andre Oestereich. Ab diesem Zeitpunkt waren die Isarrats geschockt. Der Trainer nahm eine Auszeit. So schafften es die Dingolfinger zumindest, den Ausgleich in die Verlängerung zu retten.

Die Liga schreibt eine definitive Entscheidung vor, sodass es kurz danach zur Verlängerung, dann aber mit drei Spieler pro Seite, angepfiffen wird. Whitecotton selbst, dem man seine Klasse nach wie vor ansieht, übernahm in der 61. Minute das Bully. Er gewann den Puck und gab den Match-Winning-Pass an Florian Müller, mit dem er schon in der Straubinger DEL zusammengespielt hat. Dieser beendete das Spiel mit einem unhaltbaren Schuss ins Kreuzeck der Freisinger. Die Spannung dieses Spiels steckte allen Zuschauern tief in den Knochen. Viele blieben noch länger jubelnd in der Tribüne stehen, um den glücklichen Dingolfinger Spielern zum ersten Heimsieg der Saison zu gratulieren. Dieser Sieg und die damit verbundenen zwei Punkte waren für die gesamte Mannschaft inklusive Vereinsführung ein Segen. Denn das Auswärtsspiel am Freitag, ein Krimi mit 60 Strafminuten (30 Strafzeiten), war in Pfaffenhofen mit 2:5 zu hoch verloren worden.

EV Dingolfing – SE Freising 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0)

Tore: 1:0 (13.) Meichel (Detterer, O. Ferstl); 2:0 (36.) Meichel; 2:1 (44.) Weyer; 2:2 (48.) Oesterreich; 3:2 (62.) Müller (Whitecotton)

Strafen: Dingolfing 16 min, Freising 18 min

 

EC Pfaffenhofen – EV Dingolfing 5:2 (2:0, 1:2, 2:0)

Tore: 1:0 (1.) Neubauer (Endress, Welter); 2:0 (17.) Welter (Pielmeier); 2:1 (24.) Ohr (H. Azimov, Meichel); 3:1 (37.) Fardoe (Neubauer); 3:2 (39.) Detterer (O. Ferstl, Ohr); 4:2 (57.) Felsoci (Bogner, Pielmeier); 5:2 (59.) Gebhardt (Fardoe, Neubauer)

Strafen: Pfaffenhofen 28 min, Dingolfing 32 min